Donnerstag, 27. Dezember 2012

Kerstin Gier - "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten"


Über den Autor:
Kerstin Gier wird 1966 in Bergisch Gladbach geboren, wo sie u. A. ein Germanistik Studium beginnt, aber mit einem Abschluss zur Diplompädagogin die Uni verlässt.
Ihr erster Frauenroman wird kurze Zeit später mit Heike Makatsch verfilmt und auch der erste Teil ihrer Erfolgstrilogie „Liebe geht durch alle Zeiten“ kommt 2013 in die deutschen Kinos.
(Quellen: wiki, filmstarts.de)

Inhalt/Über das Buch:
Gwendolyn ist total überrascht und erschreckt als sie feststellt, dass sie das Zeitreise-Gen geerbt hat und nicht ihrer Cousine Charlotte. Unvorbereitet muss sie mit der neuen Situation klarkommen. Die Geheimniskrämerei die ihr von den Wächtern entgegen gebracht wird, ist hierbei alles andere als hilfreich.

Meinung:
Die Story liest sich leicht und kurzweilig. Kaum hat man angefangen zu lesen, ist man auch schon fertig. Hier wird der Jugendbuchcharakter deutlich, was dem Roman aber soweit noch keinen negativen Stempel aufdrückt.

Die Idee zu der Geschichte glänzt mit großem Einfallsreichtum. Zeitreise verknüpft mit den Problemen einer Sechzehnjährigen und erschwert durch ein mysteriöses Geheimkomplott, bringen die Möglichkeit zu vielen interessanten Begebenheiten. Hier ließe sich noch viel mehr herausholen. Gier könnte noch viel mehr auf philosophische und ethische Aspekte eingehen. Auch die historischen Zusammenhänge werden eigentlich nicht wirklich erläutert - man bekommt lediglich einen Eindruck von Mode und Knigge der verschiedenen Zeiten. Schade - hier wäre noch mehr möglich gewesen.

Die einzelnen Ereignisse sind harmonisch aufeinander abgestimmt und lassen den Lesefluss niemals abreißen. Schade nur, dass man von der im Titel versprochenen Liebe noch nicht allzu viel merkt. Hier hätte ich schon etwas mehr Emotionen erwartet.

Ansonsten bin ich positiv überrascht, wobei mir das Buch ja auch schon wärmstens empfohlen wurde. Man fühlt sich schnell in die Heldin hineinversetzt und wartet darauf, dass sich endlich alle quälenden Rätsel auflösen.

Der zweite Teil muss jetzt sofort her...

Fazit:
Sehr nette Unterhaltung mit charmanter Heldin und einer schönen Romanidee.

Zitat:
[...]
Ich wusste genau, was passier war. Ich wusste es einfach. Und ich wusste auch, dass hier ein Irrtum vorliegen musste.
   Ich war in einer anderen Zeit gelandet.
   Nicht Charlotte. Ich. Irgendjemand hatte einen großen Fehler gemacht.
[S. 50]
Autor:Kerstin Gier
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2009
Ausgabe von:2012
Seiten:356
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06763-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:3+

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Stephen King - "Wahn"


Über den Autor:
Stephen (Edwin) King wird 1947 in Maine (USA) geboren. In vielen seiner Werke sind Kleinstädte in Maine immer wieder Schauplatz der Handlung. Dort studiert und heiratet er, bevor er mit dem Roman "Carrie" 1974 seinen ersten großen Erfolg landet.
In den folgenden Jahrzehnten bringt er in regelmäßigem Abstand weitere Bestseller raus, die auch immer wieder gerne als Filmvorlagen verwendet werden.
Unter Pseudonymen veröffentlicht er weitere Werke, wie Kurzgeschichten, die er bereits vor seinem Debüt verfasst hat.
King ist der King der Mystik-Thriller überhaupt.
(Quelle: wiki)

Inhalt/Über das Buch:
Edgar Freemantle wird auf der Baustelle in seinem Pick-Up von einem Kran überfahren. Er verliert seinen rechten Arm, hat ein lahmes Bein und kämpft fortan mit seinen Wutanfällen.
Um abstand von seinem Leben zu finden und sich zu erholen, zeiht er auf eine kleine Insel nach Florida. In seinem Miethaus "Duma Key" fängt er mit dem Malen an und lernt seine neue Gabe kennen. Langsam kommt der den Geheimnissen der Mysteriösen Küste auf die Spur.

Meinung:
Der Titel des Romans führt in die Irre. Das halbe Buch lang wartet man darauf, dass der Hauptcharakter wahnsinnig wird. Dazu kommt, dass man mindestens Dreiviertel des Buches sowieso darauf wartet, dass endlich etwas passiert und die Handlung vorangetrieben wird.

Ich meine damit nicht, dass die Geschichte schlecht geschrieben ist. Im Gegensatz zu anderen Werken von King, hatte ich dieses Mal nicht das Gefühl, in zu detailreichen Umgebungsbeschreibungen unterzugehen. Die Sprache ist abgerundet und besonders die Stellen, in denen es um Bilder, Kunst und das Malen geht, sind intensiv beschrieben und wirken ansprechend auf den Leser.

Dennoch wünscht man sich während des Lesens manchmal, dass das lang vorbereitete passiert. Als es dann endlich soweit ist, geht man schon selbst total gelassen mit der Szenerie um, dabei soll das „Finale“ doch spannend und energiegeladen sein.
Also muss ich leider feststellen, dass mir das Buch leider zu wenige Höhepunkte aufweist, obwohl mir der Stil und die Atmosphäre wirklich zusagen.

Ich komme wieder zu dem Schluss, dass mir Kings kürzere Romane und seine Kurzgeschichten deutlich besser gefallen, als seine normalen „Wälzer“.

Fazit:
Der intensive und exzellente Schreibstil lässt einen leider nicht darüber hinwegsehen, dass das Buch fast 700 Seiten braucht, bevor es endlich losgeht. Schade.

Zitat:
[...]
Wie man ein Bild zeichnet III

Hungrig bleiben. Das funktionierte bei Michelangelo, das funtkionierte bei Picasso, und es funtkioniert bei hunderttausend Künstlern, die es nicht aus Liebe tun (obwohl die eine Rolle spielen kann), sondern um Essen auf dem Tisch zu haben. Will man die Welt in Bilder übertragen, führt der Weg über die eigenen Begierden. Überrascht Sie das? Das sollte es nicht. Es gibt nichts Menschlicheres als Hunger. Es gibt keinen schöpferischen Akt ohne Talent, das gestehe ich Ihnen zu, aber Talent ist billig. Talent geht betteln. Hunger ist die Triebfeder der Kunst. Dieses kleine Mädchen, von dem ich Ihnen erzählt habe - sie hat ihren Hunger gefunden und benutzt.

[S. 147]
Autor:Stephen King
Kategorie:Thriller
Erstveröffentl.:2008
Ausgabe von:2008
Seiten:900
Verlag:Bertelsmann

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:2
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:2
Fantasie:2
Gesamteindruck:2+

Samstag, 10. November 2012

E. L. James - "Shades of Grey (1) - Geheimes Verlangen"


Über den Autor:
E. L. James (Erika Leonard, geb. Mitchell) wird 1963 in London geboren, wo sie als Produktionsleiterin bei einer Fernsehproduktionsfirma arbeitet. Sie ist verheiratet mit einem Drehbuchautor und Mutter von zwei Kindern.
Schon früh träumt Sie davon Autorin zu werden, was ihr durch ihre Bücher der Reihe Fifty Shades of Grey schafft, mit der sie zunächst durch Mundpropaganda weltweite berühmtheit erlangt.
(Quellen: wikipedia und ihre eigene Homepage)

Inhalt/Über das Buch:
Ana macht gerade ihren College-Abschluss, als sie den reichen Schönling Christian kennenlernt. Als zurückhaltende Jungfrau stürzt sie sich in ein sexuelles Abenteuer mit dem charismatischen, aber unnahbaren Christian.

Meinung:
Es ist und bleibt schwierig ein Buch zu rezensieren, über dass schon soviel diskutiert wurde in der Öffentlichkeit. Ich muss zugeben, dass ich schon ganz schön skeptisch war, ob mir das Buch überhaupt gefällt. Ich war definitiv beeinflusst von vielen schlechten Kritiken und negativen Äußerungen.

Ich habe die Geschichte zwar als etwas flach empfunden, das Lesen aber dennoch genossen. Mein Versuch so vorbehaltlos wie möglich dran zu gehen, ist geglückt. Klar - es ist ein Sex-Roman. Aber für dieses "Genre" hat es sich als echter Knaller erwiesen.
Wenn man mit dem Thema Sex nicht offen und ehrlich umgehen kann, sollte man auch nicht dieses Buch lesen. Und wenn man dieses Buch liest, sollte man sich darüber klar sein, dass man kein Literarisches Meisterwerk zu erwarten hat.
Es macht Spaß sich in die schüchterne Ana zu versetzen, die immer wieder mit kurzen Sex-Episoden aus ihren Gedanken gerissen wird. In dieser Richtung werden die Erwartungen nicht enttäuscht. Es liest sich leicht und kurz.
Leider merke ich bereits beim Schreiben meiner Meinung, dass es auch fast nichts mehr sonst zu sagen gibt. Das Buch hat eben nicht besonders viel Handlung, was zu erwarten war.

Zugegeben, von den Sex-Szenen habe ich mir leider auch etwas mehr erhofft. Ebenso wenig kann man sagen, dass hier irgendwas echt krasses beschrieben wird. Die meiste Zeit geht alles ganz straight vor sich. Sehr voraussehbar.
Dafür ist das Buch wirklich toll geschrieben. Man wird auf jeden Fall in den Bann gezogen, was auch teilweise von der Ich-Perspektive des Romans herrührt.

Aber was bleibt, wenn man nicht mehr von den Spielchen der Beiden überrascht wird? Leider wirklich nicht sehr viel.
Deswegen habe ich mich dagegen entschieden, mir den zweiten Band zu kaufen.
Mitreden kann ich jetzt. Das Ende der Geschichte brauche ich nicht.

Fazit:
Netter Zeitvertreib, aber auch nicht mehr. Der erste Band genügt mir eindeutig.

Zitat:
[...]
Seine Hände streichen über meine Taille, meine Hüfte und meinen Oberschenkel hinunter zur Rückseite meines Knies. Er drückt meine Knie nach oben. Mir stockt der Atem ... Was hat er vor? Seine Finger wandern über meinen Oberschenkel hinauf zu meinem Hintern. Er streichelt meine pobacke und gleitet mit der Hand zwischen meine Beine.
[S. 137]
Autor:E. L. James
Kategorie:Unterhaltung
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2012
Seiten:608
Verlag:Goldmann
ISBN:3-442-47895-8

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:1
Charaktere:3
Spannung:2
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck:2

Sonntag, 4. November 2012

Kristin Cashore - "Die Königliche"


Über den Autor:
Kristin Cashore (Geburtsjahr ubekannt - großes Geheimnis) ist in Pennsylvania geboren. Nach dem College studiert sie in Boston Literatur (Kinderbücher) und arbeitet danach als Lektorin und Texterin. Nebenbei jobbt sie in verschiedenen Nebenjobs.
Der Durchbruch als Schriftstellerin gelingt ihr 2008 mit ihrem Roman "Die Beschenkte".
Mehr über sie könnt ihr auf ihrem eigenen Blog erfahren:
(Quelle: Kristin Cashores Blog)

Inhalt/Über das Buch:
Bitterblue ist erwachsen geworden und stellt sich ihren Aufgaben als Königin. Sie erwacht aus jahrelang einstudierter Rutine und erkennt mit Erschrecken, dass es viele Geheimnisse in ihrem Palast, ihrer Stadt und mit ihrer Vergangenheit zu entdecken und zu bewältigen gilt.

Meinung:
Ich bin begeistert von diesem dritten Buch der jungen Autorin Kristin Cashore. Nach ihren ersten beiden Werken, habe ich mit einer eingängigen Fortsetzung der Fantasy-Welt rund um Beschenkte, Monster, starke Frauen und schöne Prinzen gerechnet. Bekommen habe ich eine faszinierende Geschichte über eine junge Königin, die die Wunden der jahrelangen Schreckensherrschafft ihres Vaters heilen muss.

Das Buch bietet deutlich mehr Tiefgang als der normale Durchschnitts-Fantasyroman. Unser Hauptcharakter muss das Rätsel der Vergangenheit lösen und stellt sich dabei immer wieder psychologischen Hürden. Bald schwillt der Berg den es zu bewältigen gilt auf ein scheinbar unüberwindliches Gebirge an. Der Leser empfindet sowohl die Probleme, als auch die Unsicherheiten der sich Königin Bitterblue stellt. Einzig die Unterstützung durch ihre Freunde hat immer Bestand. Dies kann man gleichzeitig als Zugeständnis zu einem Jugendroman werten (in Wirklichkeit begibt sich die Königin nicht in Gefahr).

Auf anderen Ebenen kann ich das Buch in keiner Weise als für Jugendliche tauglich einstufen: die Grausamkeit von Bitterblues totem Vater nimmt erschreckende Maße an. Durch das Lesen wirken diese "Szenen" intensiv auf einen ein. Durch die zusätzliche starke Emotionalität der Protagonistin, lassen einen diese Stellen noch mehr erschauern.
Ich gebe hier eine klare Leseempfehlung: nur ab 16 Jahren und älter

Wie bei den beiden Vorgängern überzeugen Stil und Sprache. Man fühlt sich buchstäblich in diese fantastische Welt versetzt. Hier muss ich sagen, dass Cashore ihren Schreibstil noch weiter verfeinert hat und mich von der Spannung und den Geheimnissen in den Bann ziehen konnte.

Das Buch hat mich an vielen Stellen überrascht. Aus meiner Sicht handelt es sich um den bisher stärksten Teil der (thematischen nur unwesentlich zusammenhängenden) Trilogie.

Fazit:
Ein spannender Fantasy-Krimi um Vergangenheitsbewältigung, Politik und dunkle Geheimnisse. Empfehlenswert.

Zitat:
[...]
Bitterblue, plötzlich wütend geworden, schob das Buch zurück ins Regal. Dieses Buch, diese Erinnerung half ihr nicht. Sie brauchte nicht noch mehr bizarre Sachen, deren Sinn sie herausfinden musste.
Aber sie konnte es auch nicht hierlassen. Es hieß Das Buch der wahren Dinge. Sie war auf der Suche nach wahren Dingen, und dieses Buch, das sie nicht verstand, musste der Schlüssel zur Wahrheit über irgendetwas sein.
[S. 177]
Autor:Kristin Cashore
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2012
Seiten:570
Verlag:CARLSEN
ISBN:3-551-58268-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:5
Humor:3
Fantasie:5
Gesamteindruck:5

Montag, 15. Oktober 2012

Cornelia Funke - "Reckless - Lebendige Schatten"


(Band 2 der "Reckless"-Reihe)

Über den Autor:
Cornelia Funke wird 1958 in NRW, Deutschland, geboren und absolviert in Hamburg später eine Ausbildung zur Diplompädagogin. Als sie parallel ein Studium der Buchillustration vollendet, merkt sie, dass ihr die Bücher die sie gestalten soll, nicht immer gefallen. So kommt sie selbst zum Schreiben, (erst) mit Mitte 30.
Heute ist sie eine hochgelobte Kinder- und Jugendbuchautoren, die mit Werken wie "Herr der Diebe" und den Tintenwelt-Romanen.
(Quelle: Wikipedia, corneliafunke.com)

Inhalt/Über das Buch:
Jacob steckt in der Klemme. Er konnte seinen Bruder zwar retten, jetzt soll er aber sterben - die Motte der Fee frisst sein Herz auf. Allein Fuchs ist immer an seiner Seite, um ihn immer wieder zu beschützen bei dem bevorstehenden Abenteuer.

Meinung:
Die Geschichte schließt direkt an den ersten Band der Reihe an. Durch den intensiven Erzählstil hat der Leser keine Probleme anzuschließen. Die Sätze werden oft abgebrochen, um wie Gedankenfetzen zu wirken. Dies passt sehr stimmig zu der gesamten Atmosphäre. Außerdem verbindet dieser Stil zunehmend mit den Hauptcharakteren, Jacob und Fuchs.

Die Romanze ist dieses Mal noch vorsichtiger "verpackt" als im ersten Werk. Man hat hier nicht das Gefühl, dass die Liebesgeschichte alle anderen Handlungen erdrückt. Sie ist immer spürbar, drängt sich aber nicht in den Vordergrund.
Das könnte auch daran liegen, dass das Buch von einer melancholischen Grundhaltung getragen wird, in der auch die Liebe "verschluckt" wird. Auf diese Weise fühlt sich der Leser von dieser Stimmung so getragen, dass man das gesamte Buch als wiegende, ruhige und traurige Geschichte wahrnimmt.
Was hier vielleicht negativ klingt, wird von mir durchaus positiv bemerkt. Dies alles sind Beispiele für die Intensität des Romans, die ich sehr schätze.

Einzig die andauernde Aneinanderreihung von Elementen aus bekannten Märchen, fängt doch an mich nach kurzer Zeit etwas zu stören. Hier wirkt es manchmal zu konstruiert, als würde Funke unbedingt viele Märchenfiguren/-dinge einbauen wollen. Trotzdem wirkt dies nicht der Erzählfluss entgegen.
Auch die Geographie der Welt hinter dem Spiegel lässt ganz klar Europa erkennen. Auf Leser mit Geschichtskenntnis könnten die Städte und Regionen im Buch manchmal befremdlich wirken, gerade wenn es um die politischen Probleme geht, die im Roman besprochen werden. Es stellt sich mir die Frage, ob Funke hier Anspielungen an die reale Geschichte Europas machen will. Wenn ja, finde ich diesen Part weniger gelungen, weil die Spannungen der Völker in dem Roman nicht genug ausgearbeitet sind. Hier fehlen dem Leser Hintergrundinformationen.

Insgesamt handelt es sich meiner Meinung nach um ein sehr gelungenes Abenteuer-Märchen. Die Figuren sind stimmig und die Handlung phantastisch.

Cornelia Funke hat hier eine klasse Erzählleistung gebracht!

Fazit:
Ein fantasivolles Märchen-Abenteuer, ganz nach meinem Geschmack. Außerdem eine gelungene Fortsetzung des ersten Erfolgromans. Auch weitere Bände werden sofort von mir gekauft.

Zitat:
[...]
Die Dunkle Fee wich zurück. Jacob Reckless. Sie wollte sein Gesicht nicht mehr sehen. All die Angst darauf, den Schmerz ... Sie spürte den Tod, den ihr Name ihm brachte, wie eine Wunde auf der weißen Haut.
[S. 45]
Autor:Cornelia Funke
Kategorie:Fantasy-Märchen
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2012
Seiten:420
Verlag:Dressler
ISBN:3-7915-0489-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:4
Gesamteindruck:4

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Cassandra Clare - "Clockwork Angel"


Die Chroniken der Schattenjäger - Band 1

Über den Autor:
Cassandra Clare ist der zweite Künstlername der Autorin Judith Rumelt, die 1973 in Teheran (Iran) geboren wird.
Ihre Kindheit verbringt Tochter von us-Amerikanern in Frankreich, England und der Schweiz, bevor sie in die USA zieht, wo sie auch ihren Schulabschluss macht.
Bekannt wird sie zunächst unter ihrem ersten Pseudonym, Cassandra Claire, unter dem sie Geschichten aus den Universen von "Harry Potter" und "Mittelerde" herausbringt.
Ihre eigene Kreation der Fantasy-Reihen "Chroniken der Unterwelt" und "Chroniken der Schattenjäger" sorgt für großen Erfolg und lässt die Beschuldigung der Plagiatsversuche zu ihrer Fan-Arbeit (hauptsächlich zu "Harry Potter") langsam verblassen. Verschiedene Autoren arbeiten bereits an Drehbüchern zu ihrer Erfolgsreihe "Chroniken der Unterwelt".
(Quellen: Wikipedia (DE), Wikipedia (ORG))

Inhalt/Über das Buch:
London im späten 19. Jahrhundert:
Tessa reist nach dem Tod ihrer Tante von New York ab, um sich in London mit ihrem Bruder zu treffen. Doch bei ihrer Ankunft wird sie von den "Dunklen Schwestern" gefangenen genommen und wochenlang gequält, bis sie ihre Fähigkeit beherrscht - sie ist eine Gestaltwandlerin. Als sie den geheimnisvollen Magister heiraten soll, wird sie überraschender Weise von den Schattenjägern gerettet. Tessa findet sich in einer ganz neuen Welt wieder...

Meinung:
Das Buch greift eine Vorgeschichte zu Cassandra Clares Reihe „Chroniken der Unterwelt“ auf. Wer „Die Chroniken der Schattenjäger“ liest wird oft bekannte Namen wiedererkennen. So schafft Clare einen schnellen Einstieg für ihre Fans.

Man wird sofort von der geheimnisvollen Geschichte mitgerissen, die dem Leser zunächst eher wie ein ordentlicher Kriminalroman à la „Sherlock Holmes“ vorkommt. Der Sprachstil passt zu der Zeit in der der Roman spielt und zu den Rätseln um unseren Hauptcharakter. Eine Detektivgeschichte im London des späten 19. Jahrhunderts, nur, dass hier dämonisches am Werke ist.

Die Autorin hat sich stark von den bekannten Romanheldinnen der (britischen) viktorianischen Literatur beeinflussen lassen und spiegelt dies in diesem Werk wieder. Tessa bündelt alle positiven Eigenschaften von Jane Eyre und Elizabeth Bennet, die auch beide Erwähnungen im Buch finden. Man könnte kritisieren, dass Tessas anfängliche Demut vor Männern und selbst auferlegte Verpflichtung zu Etikette und „gebührlichem“ Verhalten, heutzutage etwas altmodisch sind. Dadurch, dass sie im Verlauf des Romans sich aber zunehmend emanzipiert und dies auch schon zu Beginn gelegentlich durchscheint, wirken Tessas Handeln und ihre Empfindungen von Erziehung eher ehrenvoll und anmutig. Sie ist die typische Heldin, die im Stillen leidet und stets Gewalt hat über ihre Handlungen.

Die Schattenjäger stellen sogar selbst teilweise einen Gegenpol zu Tessas distanziertem Charme dar und werden gelegentlich durch sie beeinflusst. Wer die erste Reihe gelesen hat wird schnell feststellen, dass die Schattenjägergesellschaft hier direkt von Anfang an nicht als vollkommen dargestellt wird, im Gegensatz zum ersten Band der „Chroniken der Unterwelt“, in denen sich das Bild erst mit der Zeit wandelt.
Dennoch gewinnen unsere Schattenjägerhelden schnell die Herzen der Leser. Natürlich brennt man am Ende des Buches darauf, alle Geheimnisse um Tessa, Will und Jem zu erfahren. Der Spannungsbogen reist aus meiner Sicht zu keiner Zeit des Buches ab. So komme ich zu dem Schluss, dass das Buch wieder eine Pflichtlektüre für alle Fans von heldenhaft, romantischen Fantasy-Romanen um Gut und Böse, darstellt. Dieses Buch ist besonders für junge Frauen und Mädchen geeignet, die sich von Tessas Anmut und ihrer Entwicklung verzaubern lassen wollen.

Fazit:
Spannende Fantasy-Lektüre mit Krimi-Beigschmack und verstecktem Emazipations-Thema. Empfehlung für junge Erwachsene und andere Fantasy-Liebhaber.

Zitat:
[...]
Die Verwandlung überrollte sie wie rasender Zug, nahm ihr fast den Atem, während sich ihre Haut veränderte und ihre Knochen sich neu zusammensetzten. Tessa unterdrückte den Schrei in ihrer Kehle und bäumte sich auf...
Und dann war es vollbracht.
[S. 45]
Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2011
Seiten:580
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06474-1

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:4

Sonntag, 16. September 2012

Josephine Angelini - "Göttlich verloren"


Über den Autor:
Josephine Angelini wächst als letztes Kind einer kinderreichen Familie in einer Kleinstadt in Massachusetts (USA) auf. Sie studiert Angewandte Theaterwissenschaften und beginnt ihre Autorenkarriere gegen Ende ihrer 20er (ihr genaues Geburtsdatum konnte ich leider nicht herausfinden).
Heute lebt sie in Los Angeles.
Die Verhältnisse in ihrer Familie und besonders das Zusammenleben mit ihren sechs älteren Schwestern, hat sie teilweise in ihrem Roman "Göttlich verdammt" verarbeitet.
(Quelle: Verlagsinterview mit der Autorin)

Inhalt/Über das Buch:
Die Halbgötter kämpfen weiter um die Vereinigung der Häuser - die Furien sollen vernichtet werden. Mittendrin steckt Helen, die immer noch verliebt ist - eine Liebe die nicht sein darf?

Meinung:
Der zweite Band der "Göttlich-Trilogie" hat mich leider nicht so vom Hocker gerissen wie erhofft.
Bereits beim ersten Band habe ich die etwas holprige Geschichte kritisiert, die um einen Teppich aus griechischer Mythologie gewoben wurde. Leider fehlt mir wieder der rote Faden. Besonders am Anfang hatte ich außerdem extreme Probleme mich wieder in die Geschichte reinzulesen. Zuviele Namen, denen der Zusammenhang genommen wurde.

Was ich dieses mal wirklich gelungen fand, waren die Erkundungen der Unterwelt, die unser Hauptcharakter Helen jede Nacht besucht. Die Unterwelt wird eindringlich und sehr atmosphärisch beschrieben. Es macht Spaß darüber zu lesen - Pluspunkte für die Autorin, deren Story immer noch ein Sternchen für die innovative Idee verdankt.

Der Stil sagt mir auch zu. Es ist spannend geschrieben und sprudelt wieder einmal über vor Herzschmerz (nicht nur von Teenies begehrter Handlungsstrang).

Es ist von Anfang an klar, dass es noch einen dritten Band geben wird, weshalb man auch nicht erwartet ein Happy End zu ergattern. Trotzdem habe ich mir hier mehr Entwicklung vorgestellt - stattdessen ist auf mehreren Ebenen das gesamte Buch über nicht viel passiert.

Der letzte und finale Band lässt noch viel hoffen - für diesen Teil muss ich aber leider einige Abzüge machen.

Fazit:
spannend zu lesen, aber leider "nur" der ungeliebte Mittel-Band.

Zitat:
[...]
Helen spürte, wie ihr ganzer Körper hochgehoben und aus der Unterwelt geschleudert wurde, als wäre sie von einer Riesenhand gepackt und weggeworfen worden. Einen Augenblick glaubte sie, ein riesiges Gesicht vor sich zu sehen. Es kam ihr bekannt vor. Seine leuchtend grünen Augen waren so traurig..."
[S. 281]
Autor:Josephine Angelini
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2012
Seiten:516
Verlag:DRESSLER
ISBN:3-7915-2626-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:3+
Humor:2
Fantasie:4
Gesamteindruck:3+

Sonntag, 9. September 2012

Laini Taylor - "Daughter of Smoke and Bone 1 - Zwischen den Welten"


Über den Autor:
Über Laini Taylor gibt es im Internet nicht viele Lebensdaten zu finden.
Bei Amazon findet man nur zwei kurze Abschnitte über sie:
"Laini Taylor hat bereits drei Romane veröffentlicht. Sie hat Literatur und Kunst studiert und lebt in Portland, Oregon mit Ehemann und Tochter Clementine." [und]
"Laini Taylor lebt als Autorin und Illustratorin in Portland im US-Bundesstaat Oregon. 'Die Elfen von Dreamdark. Krähenmädchen' ist ihr vielbeachtetes literarisches Debüt. Neben dem Schreiben gestaltet sie ihre eigene erfolgreiche Papeterie-Produktlinie 'Laini's Ladies'. Den Umschlag zu 'Die Elfen von Dreamdark' hat jedoch ihr Ehemann Jim Di Bartolo entworfen."
Wer sich ihren Blog gerne mal ansehen möchte, sollte dem folgenden Link folgen:
Laini Taylor's Blog

Inhalt/Über das Buch:
Karou ist fasst immer allein. Ihr Leben lang muss sie Zähne sammeln und ihrem "Ziehvater" Brimstone bringen. Ihre Bezahlung ist die Erfüllung von kleinen Wünschen, doch wie funktioniert die Magie dieser Wünsche und was befindet sich hinter der geheimnisvollen Tür?

Meinung:
Nach den ersten paar Kapiteln erscheint die Sprache noch ein wenig zu gekünstelt. Das gibt sich aber relativ schnell und unterstützt sogar den späteren Eindruck von echten Gefühlen.

Der Leser fiebert sofort mit Karou mit. Sie wirkt zwar etwas gefühlsüberladen, was aber die Identifikation mit ihr erleichtert. Es handelt sich hier um ein weiteres Beispiel für einen Roman, der besonders Frauen in ihre Teens zurückversetzt.
Es geht um Einsamkeit, Liebe und Leid. Mit eindrucksvollen "Bildern" schafft Taylor es, diese fantastische Welt der Chimären, Engel und Menschen realistisch erscheinen zu lassen.
Als Leser möchte man (ähnlich wie unsere Protagonistin) mehr über die Geheimnisse dieser Welt erfahren.

Es gipfelt alles in einer großen Liebesgeschichte und einem offenen Ende (logisch, beim ersten Band eines Zyklus).

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass man mehr philosophische Gedanken und Überlegungen einbringen könnte. Es spielt sich auf nicht vielen unterschiedlichen Ebenen ab und könnte dabei doch tiefer gehen. Der"Stoff" bietet genug Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau.

Ich warte gespannt auf den nächsten Teil...

Fazit:
aufregende Liebe und viel Gefühl lassen auf einen noch besseren zweiten Teil hoffen.

Zitat:
[...]
Brimstone war ein Monster.
So würden Menschen ihn, Issa, Twiga und Yasri nennen, wenn sie den Laden verlassen würden: Monster. Vielleicht auch Dämonen oder Ungeheuer. Sie selbst nannten sich Chimären.
[S. 56]
Autor:Laini Taylor
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2012
Seiten:500
Verlag:FJB
ISBN:3-8414-2136-4

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4+

Freitag, 31. August 2012

J. R. R. Tolkien - "Der kleine Hobbit"


Über den Autor:
J. R. R. Tolkien (mit vollem Namen: John Ronald Reuel Tolkien) wird 1892 in der niederländischen Kolonie "Oranje-Freistaat" (Afrika) geboren und stirbt 1973 in seiner Heimat England. In Afrika verbringt er nur wenige Jahre seiner Kindheit.
Im englischen Oxford studiert er Latein und Griechisch, bevor er sich den vergleichenden Sprachwissenschaften widmet. Später ist er Professor für englische Sprache an der Universität in Oxford, England.
Er verbindet sein Interesse an Mythologie mit seiner Sprachwissenschaft und erfindet die Sprachen Quenya und Sindarin. Er erfindet zahlreiche Geschichten die in der fantastischen Welt "Mittelerde" spielen.
Besonders erfolgreich wird er durch seine Werke "Der Hobbit" (1937) und "Der Herr der Ringe" (1954/55). Erst nach seinem Tod erscheint die Zusammenstellung weiterer Geschichten in "Das Silmarillion".
Durch die Arbeit an seinem Lebenswerk verläuft sein beruflicher Werdegang nicht immer gradlinig. Im Jahre 1972 wird er jedoch von der britischen Königin Elisabeth II. geehrt, indem sie ihn in den Rang eines Commander des Order of the British Empire erhebt.
Seine Erfahrungen an der britischen Front innerhalb des ersten Weltkrieges verarbeitet er in seinen Werken ebenso, wie seinen christlichen Glauben.
Er ist der Vorreiter einer damals völlig neuen Sparte der fantastischen Literatur wie wir sie heute kennen und wird weltweit verehrt.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Der Hobbit Bilbo Beutlin wird von dem Zauberer Gandalf in ein wirres Abenteuer gezogen. Er soll die 13 Zwerge dabei unterstützen den Schatz, den der blutrünstige Drache Smaug im Laufe der Jahre gestohlen hat, zurück zu erobern. Eine wilde Jagd durch halb Mittelerde beginnt.

Meinung:
Vor vielen Jahren habe ich diese Geschichte bereits gelesen. Heute betrachte ich das Werk aber mit den Augen eines Erwachsenen. Ich muss doch sagen, dass mich das Buch jetzt mehr begeistern konnte als damals.

Die Handlung war spannend und die Abenteuer fantastisch.
Bilbo ist ein Hobbit dem es gut geht in seiner Wohnhöhle. Nie hat es ihn zu großartigen Abenteuern gedrängt. Plötzlich stehen 13 Zwerge und ein Zauberer auf seiner Matte und reißen ihn in die Geschichte die sein Leben verändert.

Der Wechsel dem sein Charakter innerhalb des Romans erfährt, ist erstaunlich. Widerstrebte ihm zu Beginn die Vorstellung sich wilden Abenteuern stellen zu müssen, erweist er sich doch an vielen Stellen als durchaus heldenhaft. Mut und Selbstbewusstsein wachsen, so dass er am Ende doch ein ganz anderer Hobbit ist, als zu Beginn seiner Reise.

Das Buch sprüht vor Fantasie und Abenteuer. Keine Seite ist langweilig und man fühlt sich verbunden mit dem Hauptcharakter.

Trotz der Gefahren ist das Buch auch für ältere Kinder geeignet, da der gleichbleibend ihrige Erzählstil Sicherheit verströmt und so keine Angst aufkommt.

Tolkien ist ein frühes Meisterwerk gelungen - seiner Zeit weit voraus.

Ich warte gespannt auf die dreiteilige Verfilmung, deren erster Part demnächst in die Kinos kommt. Jetzt habe ich mir die ganze, aufregende Geschichte wieder in Erinnerung geholt und bin auf die Umsetzung gespannt!

Fazit:
Ein Fantasy-Meisterwerk ohnegleichen. Geeignet für Jung und Alt.

Zitat:
[...]
Bilbo wußte es. Er hatte eine Menge Dinge gelesen, die er niemals gesehen oder selbst getan hatte. Jetzt aber war er sehr beunruhigt und ebenso entrüstet. Er wünschte sich hundert Meilen fort. Und doch - irgendwie brachte er es nicht übers Herz, stracks mit leeren Händen zu Thorin und seinen Gesellen zurückzugehen. So stand er im Schatten und zögerte.
[S. 46]

Autor:J. R. R. Tolkien
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:1937
Ausgabe von:1999
Seiten:340
Verlag:dtv
ISBN:3-423-20277-7

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:5
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:4
Fantasie:5
Gesamteindruck:5

Sonntag, 8. Juli 2012

Iny Lorentz - "Die Wanderhure"


Über den Autor:
Iny Lorentz ist ein Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaars Iny Klocke (*1949) und ihr Mann Elmar Wohlrath (*1952). Seit 2007 arbeiten sie zusammen als freie Autoren.
Ihr erster großer Erfolg "Die Wanderhure" wurde 2010 fürs Fernsehen verfilmt.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Konstanz im Mittelalter des 15. Jahrhunderts. Maria soll mit einem niederen Adligen verheiratet werden. Sie ist die wohlerzogene Tochter eines einheimischen Kaufmanns und hat sich bereits mit ihrem Schicksal abgefunden. Sie ahnt noch nicht, dass sie nur eine Marionette in dem grausamen Puppenspiels ihres Verlobten ist. Es folgen Jahre voller Angst und Hunger für sie - als Wanderhure.

Meinung:
Das Buch steigt schnell in die Geschichte ein. Ziemlich zügig passieren die Ereignisse, die Marie ins Verderben reißen.

Der Leser erfährt Maries Wandel von der naiven Kaufmannstochter in eine vorsichtige, aber erfahrene Frau, die nicht akzeptieren will, was ihr widerfahren ist. Die Autoren verstehen es, diesen Wechsel authentisch darzubringen, indem die Handlungen des Hauptcharakters nicht immer ihrem Schutze dienen. Immer mehr verstärkt sich das Gefühl, dass sie den Sieg über ihre "Dämonen" über lange Zeit hinaus plant.

Immer wieder wird man durch schreckliche Erzählungen über Vergewaltigung, Missbrauch und Mord wachgerüttelt. So kommt niemals Langeweile auf. Zu manchen Zeitpunkten kommt man sich selbst schon verfolgt vor.
Es ist erstaunlich, dass der Roman diese bestimmte Form der Angst realistisch vermitteln kann. Das macht das Buch besonders interessant, hat aber auch etwas "sensations-geiles". Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch ohne die blutrünstigen "Szenen" immer noch so interessant wäre?

Die Emanzipation die Marie entwickelt und auch an andere Frauen weitergibt, wirkt an manchen Stellen leider zu perfekt. Ihr Charakter schwankt so gut wie nie. Sie ist die absolute Heldin. Hierin wird die Fiktion des Werkes besonders deutlich.

Angesehen von der Darstellung Maries und ihrer Hurenfreundinnen, wirkt das Zeitalter durchaus stimmig beschrieben. Der Leder fühlt sich schnell in diese Zeit des Mittelalters hineinversetzt. Das Buch bleibt ein Muss für jeden Fan von historischen (Mittelalter) Romanen.

Fazit:
Ein spannender und blutrünstiger Mittelalter Roman, in dem eine Frau um Gerechtigkeit kämpft, nachdem sie am Boden der Gesellschaft angekommen war.

Zitat:
[...]
Sie war überzeugt, im Sterben zu liegen, und betete zur Jungfrau Maria und allen Märtyrern, dass der Tod sie möglichst bald von ihren Qualen erlösen möge. Doch niemand erhörte ihr Flehen.
[S. 50]
Autor:Iny Lorentz
Kategorie:Historischer Roman
Erstveröffentl.:2004
Ausgabe von:2007
Seiten:508
Verlag:Weltbild
ISBN:3-8289-7293-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck:3+

Donnerstag, 17. Mai 2012

Anja Tuckermann - "Nicht sprechen, nicht schweigen, nicht gehen, nicht bleiben"


Über den Autor:
Anja Tuckermann wird 1961 in Bayern (Deutschland) geboren und wächst im Berlin-Kreuzberg der 1960er- und 1970er-Jahre auf.
Sie ist schon früh feministisch aktiv und bringt viele sozialkritische Werke heraus. Mittlerweile blickt Sie auf 19 Buchveröffentlichungen und mehrere Theaterstücke und andere Werke zurück.
Sie unterstützt Schreibwerkstätten und schreibt auch heute noch Romane, Theaterstücke, Libretti und andere Texte für Musik und Kurzprosa.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Rinka hat Ferien von der Berufsschule. Als sie ihren Anschlusszug verpasst, nimmt sie ein Student mit in seine Wohnung und vergewaltigt Sie.
Ihr Leben ändert sich komplett. Nichts ist mehr so, wie es einmal war.

Meinung:
Anja Tuckermann schafft es mit diesem schwierigen Thema so behutsam umzugehen, dass sich dieses Jugendbuch für Jung und Alt zu lesen lohnt.

Natürlich leidet man mit dem Hauptcharakter mit. Man spürt beim Lesen den Verfolgungswahn und die Einsamkeit, in die sich Rinka begibt.
Trotzdem strahlt der Roman am Ende positive Energie aus. Tuckermann schafft den Sprung von einem alten Leben, in ein erschreckendes Dasein und dann in ein neues Leben.

Dadurch, dass nicht im Übermaß auf die Gefühle des Opfers eingegangen wird, erhält der Roman eine starke Authentizität: es wirkt realistisch - niemand der ihr beisteht, aber auch kein aufgesetztes Drama. Man spürt die Wahrheiten, die in dem Buch vermittelt werden.

Es bleibt aber fraglich, ob jedes Opfer es schaffen kann, so damit klarzukommen.
Interessant wäre eine Betrachtung des Themas über einen längeren Zeitraum. Ich könnte mir vorstellen, dass die Entwicklung über Jahre hinaus für den Leser noch durchaus interessant gewesen wären und zum Nachdenken anregen würden.

Fazit:
Ein schwieriges Thema behutsam und dennoch realistisch umgesetzt.
Empfehlenswert für jedes Alter.

Zitat:
[...]
Mit angehaltenem Atem geht sie spazieren, will bei jedem Windstoß im Gebüsch zur Seite springen, vermutet hinter jedem Baum Gefahr, bis sie sich so nicht mehr will. Von da an bleibt sie stehen, wenn es im Laub raschelt, bleibt stehen und hört mit angespannten Muskeln, zusammengebissenen Zähnen zu.
"Das ist ein Vogel", sagt sie, und die Spannung kriecht ihr den Hals hinauf in den Kopf. Dann dreht sie sich zur Seite, sieht ins Gebüsch, und es ist ein Vogel.
[S. 7]

Autor:Anja Tuckermann
Kategorie:Gesellschaftsroman
Erstveröffentl.:2003
Ausgabe von:2003
Seiten:115
Verlag:Ravensburger
ISBN:3-473-35197-0

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:2
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3

Freitag, 11. Mai 2012

Cassandra Clare - "Die Chroniken der Unterwelt" Band 1-3


Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2007
Ausgabe von:2008
Seiten:512
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06132-0




Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2008
Ausgabe von:2011
Seiten:480
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06133-7




Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2009
Ausgabe von:2009
Seiten:512
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06134-4


Die Chroniken der Unterwelt - Band 1-3

Über den Autor:
Cassandra Clare ist der zweite Künstlername der Autorin Judith Rumelt, die 1973 in Teheran (Iran) geboren wird.
Ihre Kindheit verbringt Tochter von us-Amerikanern in Frankreich, England und der Schweiz, bevor sie in die USA zieht, wo sie auch ihren Schulabschluss macht.
Bekannt wird sie zunächst unter ihrem ersten Pseudonym, Cassandra Claire, unter dem sie Geschichten aus den Universen von "Harry Potter" und "Mittelerde" herausbringt.
Ihre eigene Kreation der Fantasy-Reihen "Chroniken der Unterwelt" und "Chroniken der Schattenjäger" sorgt für großen Erfolg und lässt die Beschuldigung der Plagiatsversuche zu ihrer Fan-Arbeit (hauptsächlich zu "Harry Potter") langsam verblassen. Verschiedene Autoren arbeiten bereits an Drehbüchern zu ihrer Erfolgsreihe "Chroniken der Unterwelt".
(Quellen: Wikipedia (DE), Wikipedia (ORG))

Inhalt:
Es ist viel los in New York, von dem normale Menschen nichts mitbekommen:
Die Nephelim, die von dem Engel Raziel abstammen, beschützen die Menschheit vor den Dämonen, die immer wieder Unruhe stiften. Ein großer Angriff droht und der Pakt zwischen diesen Schattenwesen und den Schattenjägern ist gefährdet. Plötzlich gibt es einen Menschen, der eine besondere Fähigkeit hat: Clary kann eigene Runen erschaffen und damit alles ändern.

Meinung:
Für junge Leser steht besonders die Liebesgeschichte zwischen unserer Heldin Clary und dem Schattenjäger Jace im Mittelpunkt.
Die romantischen Gefühle werden von der Autorin auf geschickte Weise immer wieder aufs Neue wachgerufen. Es gibt ein ständiges Hin und Her zwischen diesen beiden Charakteren. In einem Moment sind sie inniglich zusammen, einen Augenschlag später wird die Welt auf den Kopf gestellt und das Chaos der Gefühle bricht wieder aus.
Wer dies besonders mag, ist hier genau richtig.

Diese drei ersten Bücher der (mittlerweile) fünfbändigen Reihe ziehen den Leser an vielen Stellen immer wieder in seinen Bann. Cassandra Clare schafft es durch einen spannenden Erzählstil dem Leser die Welt der Schattenjäger so interessant zu gestalten, dass man immer wieder das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein.

Natürlich muss man sich darüber klar sein, dass die Werke extrem gefühlsüberladen sind. Man lebt, liebt und leidet mit Clary mit und wünscht ihr, dass sie es irgendwann endlich schafft zur Ruhe zu kommen.

Die fantastische Welt der Schattenjäger wurde von der Autorin wohl überlegt und authentisch in die Erzählung eingeflochten. Die Idee mit den "Schattenjägerzentralen", verstreut über die ganze Welt, verstärkt das Gefühl, dass man immer von diesen magischen Beschützern umgeben ist.

Wenn in den Werken von anderen Schriftstellern die "bösen" Dämonen oft im Mittelpunkt stehen, fragt man sich hier des Öfteren, wie alle Wesen in Zusammenhang stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Bücher stechen dadurch heraus, dass die Grenze zwischen "gut" und "böse" immer mehr verschwinden. Die Wildheit der Dämonen steht der tödlichen Bürokratie der Schattenjäger gegenüber. Es gibt Bösewichte auf beiden Seiten.
Dieses ganze Ringen der Mächte und die Beeinflussung durch beide Seiten, gibt den Werken deutlich mehr Tiefe, als es thematisch ähnliche Werke von anderen Autoren schaffen.

Dennoch zeigt sich die Handlung an einigen Stellen durchaus als vorhersehbar, was diese positive Kritik etwas abschwächt. Meiner Einschätzung nach bleiben dem Leser Bücher die ihn oder sie immer wieder überraschen konnten länger in Erinnerung.

Insgesamt hat mir das Lesen der ersten Trilogie sehr viel Freude bereitet. Ich würde diese Bücher immer weiterempfehlen.

Fazit:
Eine überraschend vielseitige Fantasy-Reihe, die auf mehreren Ebenen einiges bieten kann. Spannung, Abenteuer und Romantik, vermittelt durch einen liebenswerten Hauptcharakter.

Zitat: (aus Band 1)
[...]
Ein Schrei brach aus Clary hervor. Sie taumelte rückwärts, stolperte und fiel genau in dem Moment zu Boden, als sich das Wesen auf sie stürzte. Sie rollte zur Seite; es verfehlte sie nur um wenige Zentimeter und schlitterte über den Boden, der von seinen spitzen Klauen aufgerissen wurde. Ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle.
[S. 59]

Bewertung der Trilogie in seiner Einheit:
Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:3+
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4

Mittwoch, 4. April 2012

Ingrid Noll - "Ladylike"


Über den Autor:
Ingrid Noll wird 1935 in Shanghai geboren.
Erst im Alter von 56 Jahren veröffentlicht sie ihren ersten Roman und feiert daraufhin viele Erfolge als anerkannte Krimi-Autorin. Mehrere ihrer Bücher werden auch verfilmt.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Die zwei in die Jahre gekommenen Freundinnen Lore und Anneliese haben sich zu einer Damen-WG zusammengeschlossen und verleben einen ruhigen Lebensabend. Die traute Zweisamkeit wird aufgerüttelt als der sich immer öfter der alte Jugendfreund Ewald blicken lässt.

Meinung:
Auch wenn mir die Handlung ansatzweise durchaus gefallen hat, muss ich doch insgesamt kritisieren, dass alles recht langweilig beschrieben wird und es kaum Höhepunkte zu verzeichnen gibt.

Die Charaktere sind nicht besonders tief beschrieben (trotz Erzählung aus der Ich-Perspektive), was zu steigendem Desinteresse bei mir geführt hat. Wenigstens hier hätte Noll mehr aus ihrer guten Idee herausholen können.

Hinzu kommt, dass beide Damen auch in höherem Alter gut zurechtkommen und weder an Geldsorgen, noch an Alterserscheinungen leiden. Das wirkt unrealistisch auf mich und lässt auch die Oberflächlichkeit des Romans durchscheinen. Schade.

Fazit:
Der angenehme Erzählstil reißt die fade Handlung leider nicht heraus.

Zitat:
[...]
Manchmal liege ich im Bett und ziehe Bilanz über mein bisheriges Leben. Ich muß es hinnehmen, daß ich umständlicher werde, aber in meinem Alter kann man sich sowieso kaum mehr ändern und muß akzeptieren, daß man noch nie perfekt war.
[S. 107]
Autor:Ingrid Noll
Kategorie:Unterhaltung
Erstveröffentl.:2005
Ausgabe von:2006
Seiten:338
Verlag:Diogenes
ISBN:3-257-06509-4

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:2
Charaktere:3
Spannung:1
Humor:2
Fantasie:2
Gesamteindruck:2+

Donnerstag, 9. Februar 2012

Walter Moers - "Das Labyrinth der Träumenden Bücher"


Über den Autor:
Walter Moers wird 1957 in Mönchengladbach geboren. Über ihn ist nur wenig bekannt, weil er nur selten in der Öffentlichkeit auftritt und auch nur selten zu einem Interview bereit ist.
Besondere Bekanntheit gelingt ihm Anfang der 1990er mit seiner Comicfigur "Das kleine Arschloch". Mittlerweile ist er ein etablierter Romanautor, der durch seine Zamonien-Romane eine breite Leserschaft zufriedenstellt.
Walter Moers ist vielseitig, aber auch auf besondere Weise "rebellisch". Die Meinung der breiten Öffentlichkeit scheint ihm gleichgültig, gibt er doch zu, dass ihm egal ist, was die Kinder von seinen Werken halten. Somit dient seine Distanz zur Öffentlichkeit auch als Schutz vor dieser.
(Quellen: Wikipedia und Interview mit WELT ONLINE am 08.11.2008

Inhalt:
Der Dino-Autor Hildegunst von Mythenmetz reist zurück nach Buchhaim. Er verträgt sich mit einem alten Freund und lernt die wieder aufgebaute Buchmetropole auf allen möglichen Weisen kennen. Besonders der Puppetismus erweist sich als unergründliche Forschungsquelle für Mythenmetz.

Meinung:
Ich war schockiert als ich feststellen musste, dass uns Moers hier den ersten Band einer Fortsetzungsreihe fortsetzt. Das passt gar nicht zu ihm.
Als nach über hundert Seiten noch immer keine Handlung in Aussicht war, wurde ich langsam zappelig.
Ich bin enttäuscht von der unerträglichen Länge des zwar fantastischem, aber dennoch sinnlosen Geschwafels über Buchhaim und den Puppetismus.
Insgesamt fand ich den Roman ermüdend und langweilig.

Zwar wird am Ende die Aussicht auf eine interessante Fortsetzung geboten, dennoch bin ich versucht der bloßen Rebellion wegen, den Nachfolgeroman im Buchhandlungsregal stehen zu lassen. Die Enttäuschung sitzt tief.

Durch diese Eindrücke entsteht die Idee, dass mit diesem Buch nur auf einfache Weise Geld verdient werden soll. Und das zu Lasten der Leserschaft und Fangemeinde.

Fazit:
Schade das sagen zu müssen: nicht lesenswerter Roman von einem meiner Lieblingsschriftstellern!

Zitat:
[...]
Genau, das war's! Die melodramatische Nummer! Das war gut! Ich rieb meine Augenwinkel, um den Tränenfluss in Gang zu bringen.
"Nun komm schon rein", sagte da eine sehr leise und dünne Stimme in meinem Gehirn.
"Was?", fragte ich verdutzt.
"Ich beobachte dich seit einer halben Stunde, Hildegunst. Hast ganz schön zugelegt um die Hüften, mein Lieber! Also komm endlich rein! Und hör auf, deinen Mantel zu würgen!"
Verdammt - Kibitzer stand da drinnen im Dunkeln und beobachtete mich durch die Scheibe! Eydeeten können natürlich auch durch geschlossene Türen Gedanken lesen. Ich Idiot! Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken.
"Das könnte dir so passen. Nun mach schon - meine Zeit ist begrenzt. Rein mit dir!"
Ich ließ den Mantelzipfel los und atmete noch einmal tief durch. Dann drückte ich die Türklinke und betrat den düsteren Laden.
[S. 154]

Autor:Walter Moers
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2011
Seiten:432
Verlag:knaus
ISBN:978-3-8135-0393-7

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3
Handlung:1
Charaktere:3
Spannung:1
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:2

Montag, 30. Januar 2012

Sir Arthur Conan Doyle - "Sherlock Holmes - Das Tal der Angst"


Über den Autor:
Sir Arthur Ignatius Conan Doyle, M.D., stirbt 1930 im Alter von 71 Jahren auf seinem Anwesen im englischen Sussex.
Mit den kriminalanalytischen Methoden, die er vor Allem in seinen Detektivgeschichten beschreibt, ist er seiner Zeit und den Ermittlungsmethoden der Polizei weit voraus. Inspiriert durch zahlreiche Reisen und seine eigenen Erfahrungen als Arzt, bilden seine Romane einen großen Schatz an Wissen und Realismus ab. Die Reihe über den Charakter des Sherlock Holmes feiert sich besonderer Beliebtheit.
Bereits Lebtags kann der Freimaurer Meister Doyle von der Schriftstellerei leben.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt:
Ein zunächst mysteriöser Mord wird von Holmes schnell aufgeklärt. Interessant widmet sich der Autor aber der Hintergrundgeschichte, wie es zu der Tat kam.

Meinung:
Dieser Roman ist anderes als die anderen Geschichten um den kauzigen Meisterdetektiv. Weniger die Handlungen und Analysen von Holmes stehen im Mittelpunkte, sondern die Hintergrundgeschichte des "Verbrechers".
Mit dem plötzlichen Zeit- und Ortswechsel kam ich zunächst nicht gut klar. Hinterher fand ich die Geschichte in der Geschichte aber sehr gelungen. Es handelt sich hier um einen Wild-West-Roman innerhalb eines klassischen Krimis. Diese Vermischung wirkt interessant und macht das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen.

Fazit:
Interessanter "Western-Krimi" der aber wenig mit dem klassischen Sherlock Holmes gemein hat.

Zitat:
[...]
"Wie lange soll das noch dauern?" fragte der Inspektor plötzlich. "Und worauf warten wir eigentlich?"
"Ich weiß ebensowenig wie Sie, wie lange es noch dauert", erwiderte Holmes etwas schroff. "Wenn die Verbrecher ihre Züge in einen Fahrplan eintrügen wie Eisenbahnen, wäre das für uns alle sicherlich bequemer. Und worauf wir ... Na also, darauf haben wir gewartet."
[S. 121]

Autor:Sir Arthur Conan Doyle
Kategorie:Krimi
Erstveröffentl.:1915
Ausgabe von:2005
Seiten:290
Verlag:Weltbild
ISBN:k. A.

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3

Donnerstag, 26. Januar 2012

Suzanne Collins - "Die Tribute von Panem - Flammender Zorn"


(Band 3 der Panem-Trilogie)

Über den Autor:
Suzanne Collins wird 1962 in New Jersey geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Den ersten großen Erfolg als Autorin hat sie mit einer Kinderbuch Bestseller-Reihe, die mit "Gregor und die graue Prophezeiung" startet. Vorher ist sie schon erfolgreiche Autorin bei Nickelodeon. Mit "Die Tribute von Panem" gelingt ihr großer weltweiter Durchbruch, der sie auf die Times-Magazine-Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2010 bringt.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Finale der Panem Trilogie!
Das ganze Land ist in Aufruhr. Katniss wird Kämpferin und Symbolfigur für die Rebellion. Dach Achtung: auch die Rebellen-Anführerin verfolgt mächtige Ziele.

Meinung:
Nachdem ich alle drei Bände gelesen habe, muss ich leider sagen, dass mir dieser Band am wenigsten gefallen hat.
Als Leser bin ich natürlich immer noch auf Katniss Seite, mir missfällt jedoch, dass sie sich in dem ganzen Chaos so wenig verändert und daher immer noch nicht erwachsen auftritt. Die fehlende Entwicklung des Hauptcharakters stellt leider ein kleines Defizit dar.

Auf der Gefühlsebene wirkt unser Star leider auch abgestumpft, was zwar relativ realistisch ist, aber auch nur für wenig Spannung sorgt.

Immer noch zieht einen die Geschichte noch in den Bann. Zwar kristallisiert sich ein mögliches Ende schnell heraus, aber der Weg zum Finale birgt noch spannende Momente und interessante Wendungen.

Wie erläutert bietet dieser abschließende Band für den Leser Höhen und Tiefen, ist aber keinerlei enttäuschend für echte Fans.

Fazit:
Abgerundetes Finale der erfolgreichen Buch-Reihe.
Ein Muss für Panem-Fans.

Zitat:
[...]
Peeta brachte mich ins Bett, und als ich wegdämmerte, bat ich ihn, bei mir zu bleiben. Er flüsterte etwas, das ich nicht richtig verstand. Aber irgendein Teil meines Gehirns hatte dieses eine Wort, seine Antwort auf eine Frage von mir, festgehalten und ließ es jetzt durch meine Träume geistern und mich verspotten. "Immer."
[S. 240]
Autor:Suzanne Collins
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2011
Seiten:430
Verlag:Oetinger
ISBN:978-3-789-13221-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:5
Charaktere:3+
Spannung:4
Humor:3-
Fantasie:5
Gesamteindruck:4+

Sonntag, 22. Januar 2012

Suzanne Collins - "Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe"


(Band 2 der Panem-Trilogie)

Über den Autor:
Suzanne Collins wird 1962 in New Jersey geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Den ersten großen Erfolg als Autorin hat sie mit einer Kinderbuch Bestseller-Reihe, die mit "Gregor und die graue Prophezeiung" startet. Vorher ist sie schon erfolgreiche Autorin bei Nickelodeon. Mit "Die Tribute von Panem" gelingt ihr großer weltweiter Durchbruch, der sie auf die Times-Magazine-Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2010 bringt.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Katniss hat die Spielemacher dazu "gezwungen" einen Doppelsieg anzuerkennen. Jetzt muss sie alle davon überzeugen in Peeta verliebt zu sein. Dies stellt sich angesichts der kritischen Lage in der Distrikten als echtes Problem heraus. Es brodelt.

Meinung:
Dieser Fortsetzungsband hat seinen Vorgänger sogar noch übertroffen.
Unser geliebter Hauptcharakter kämpft gegen die gesamte Welt und die sozialen Probleme Ihrer Heimat.
Das Buch ist spannend und mitreißend bis zur letzten Seite. Der Leser kann alle Gefühlslagen der Charaktere verstehen und nachvollziehen.
Leider erging es mir beim Lesen aber so, dass ich mir für Katniss andere Gefühle herbeigesehnt habe. Ich wollte, dass sie liebt. Daher ist es positiv zu bewerten, dass die Autorin nicht den einfachsten Weg gewählt hat und von blühender Liebe schreibt, sondern sachlicher und realistischer Katniss inneren Konflikt schildert. Hier wird kein Wunschkonzert veranstaltet, was der Grausamkeit der die Bevölkerung ausgesetzt ist, geschadet hätte.
Politik, Intrige, Instinkte und Gefühlschaos sind charakteristisch für die Handlung in diesem Buch.
Ich liebe diese Reihe!

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung der Reihe und an einigen Stellen sogar noch interessanter und intensiver beim Lesen.

Zitat:
[...]
Hätte ich die Blumen nicht vergessen, wäre ich nicht stehen geblieben, dann wären wir jetzt wohlbehalten im Justizgebäude. Stattdessen sehe ich von der schattigen Veranda aus alles mit an.
Zwei Friedenswächter ziehen den alten Mann, der gepfiffen hat, hinauf auf die Treppe. Zwingen ihn vor der Menge auf die Knie. Und jagen ihm eine Kugel in den Kopf.
[S. 75/76]
Autor:Suzanne Collins
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2011
Seiten:430
Verlag:Oetinger
ISBN:978-3-789-13221-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:5
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:5
Gesamteindruck:5

Dienstag, 17. Januar 2012

Suzanne Collins - "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele"


(Band 1 der Panem-Trilogie)

Über den Autor:
Suzanne Collins wird 1962 in New Jersey geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Den ersten großen Erfolg als Autorin hat sie mit einer Kinderbuch Bestseller-Reihe, die mit "Gregor und die graue Prophezeiung" startet. Vorher ist sie schon erfolgreiche Autorin bei Nickelodeon. Mit "Die Tribute von Panem" gelingt ihr großer weltweiter Durchbruch, der sie auf die Times-Magazine-Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2010 bringt.
(Quelle: wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Katniss Everdeen lebt in einer grausigen Zukunft der Menschheit, in der die überlebende Bevölkerung unter einer Militätdiktatur leidet und jährlich einzelne Opfer ("Tribute") in die "Hungerspiele" und damit in den Tod geschickt werden.
Sie rettet ihre Schwester, indem sie ihren Platz in diesen "Spielen" einnimmt. Ein wilder Kampf ums Überleben beginnt.

Meinung:
Ich war gefesselt von der ersten Seite.
Das Endzeit-Szenario trägt direkt dazu bei, dass man mit den Charakteren mitleidet. Man fühlt sich allein durch die Vorstellung dieser Zukunft verbunden mit den Problemen die alle Menschen in diesem Roman haben. Der Wunsch nach dem Kampf gegen das Terrorregime wird schnell geweckt und unterstützt den Leser in seiner Verbindung zum Hauptcharakter.
Gleichzeitig wird einem jedoch klar, dass Katniss scheinbar unbesiegbar ist, was dem Ganzen etwas vom Realismus nimmt - leider.

Besser umgesetzt ist die auf die Situation angepasste Gefühlswelt von Katniss. Sie ist geprägt vom Terror und daher vorsichtig bei ihren Beziehungen zu anderen Menschen.
Das gesamte Thema ist vorbildlich umgesetzt. Die Geschichte gerät zu keinem Zeitpunkt ins Schwanken.
Bei gleichbleibend gutem Erzählstil freut man sich auf jeden neuen Abschnitt.

Ich habe den Roman gelesen, nachdem die komplette Trilogie erschienen war und freue mich auf den nächsten Teil.

Fazit:
Eine spannende Unterhaltung für erwachsene Jugendliche und alle Anderen ab ca. 15 Jahren. Durch das überraschend sozialkritische Thema handelt es sich hier um ein Muss für jeden ambitionierten Leser.

Zitat:
[...]
Ich sitze auf dem Boden, ein paar Meter von der Stichflamme entfernt, die der Feuerball ausgelöst hat. In der Wade spüre ich einen brüllenden Schmerz, meine Hände sind mit roten Quaddeln übersät. Ich zittere so sehr, dass ich mich nicht bewegen kann. Falls die Spielmacher mich erledigen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt.
[S. 199]
Autor:Suzanne Collins
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2009
Ausgabe von:2011
Seiten:XXX
Verlag:Oetinger
ISBN:978-3-789-13221-6

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:3+
Humor:2
Fantasie:5
Gesamteindruck:4

Freitag, 13. Januar 2012

P. C. Cast & Kristin Cast - "House of Night 1 - Gezeichnet"


(Band 1 der House of Night-Reihe)

Über den Autor: (bzw. Über die Autoren)
Das Mutter-Tochter-Gespann wohnt und schreibt in Tulsa, im US-Bundesstaat Oklahoma. Kristin (*1986) studiert an der Universität von Tulsa, an der ihre Mutter Phyllis Christine (*1960) unterrichtet, Veterinärmedizin. Die dreifach geschiedene P. C. veröffentlicht bereits 2001 einen erfolgreichen Fantasy-Roman, für den sie auch ausgezeichnet wird und auf den noch eine weitere Reihe folgt.
(Quellen: wiki: P. C. Cast; wiki: Kristin Cast)
Homepage: pccast.net

Inhalt/Über das Buch:
Zoey Redbird wird gezeichnet und wird sich eines Tages in einen Vampyr verwandeln. Schnell realisiert sie, dass ihre einzige Chance darin besteht, ins "House of Night" - dem Vampyr-Internat - zu gehen. Ihr Körper verändert sich, aber sie lernt auch ihre indianischen Wurzeln besser kennen. Ihre besondere Zeichnung im Gesicht lässt ihre besondere Zukunft vorausahnen.

Meinung:
Der Leser wird von der ersten Sekunde an gefesselt. Durch die persönliche Sprache, wirkt der Erzählstil nicht langweilig. Der jugendliche "Slang" bringt den Leser den Hauptcharakteren näher und sorgt dafür, dass die Gesamtstimmung zu keiner Zeit bedrückend wirkt.

Die Co-Autoren überlassen dem Leser das Ausschmücken der Umgebung fast vollständig. Dies regt die eigene Fantasie in großem Maße an. Schade, dass dadurch die Tiefe des Romans etwas leidet, denn es wird alles recht oberflächlich beschrieben. Dies spiegelt sich auch zum Teil in der Handlung wieder.
Liebe und Verliebt sein als Jugendlicher, sind Themenkomplexe des Buches, die aber wiederum nicht intensiviert werden und daher auf den Leser manchmal zu wenig Gefühl übertragen.
Die Veränderung die Zoey durchmacht, wird deutlich eingehender beschrieben. Man fühlt sich richtig verbunden mit dem Charakter. Dies wirkt wahrscheinlich besonders auf jüngere Leser, mir ist das Buch zu "Teen-mäßig". Ohne diesen Stil negativ zu bewerten, muss ich aber sagen, dass mir der Roman zu einfach gestrickt ist.
Man spürt deutlich, dass der Roman Lust auf mehr machen soll. Vermutlich ist meine Meinung schon beeinflusst durch den Hipe auf die Reihe, aber mir geht der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass hier der Kommerz im Vordergrund steht. Man hätte mehr aus der Geschicht machen können. Eine gute Idee wurde, meiner Meinung nach, relativ einfach und oberflächlich umgesetzt.

Fazit:
Für Jugendliche super geeignet, aber nicht empfehlenswert für jemanden, der sich nach einem spannendenden Vampir-Drama sehnt.

Zitat:
[...]
Sie kramte in ihrer Handtasche nach dem antiken silbernen Puderdöschen, das sie immer bei sich trug, und reichte es mir wortlos. Ich drückte auf die Schließe. Es sprang auf und zeigte mir mein Spiegelbild ... die vertraute Fremde ... das Ich, das nichtwirklich ich war. Ihre Augen waren zu groß und ihre Haut zu weiß, aber das nahm ich keim wahr. Es war das Mal, das meinen Blick anzog
[S. 71]
Autor:Phyllis Christine Cast & Kristin Cast
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2007
Ausgabe von:2011
Seiten:464
Verlag:Bastei Lübbe
ISBN:978-3-404-16519-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:2
Charaktere:2
Spannung:3+
Humor:4
Fantasie:4
Gesamteindruck:3

Montag, 9. Januar 2012

Alyson Noël - "Evermore - Die Unsterblichen"


(Band 1 der Evermore-Reihe)

Über den Autor:
Ihr Geburtsjahr hält Alyson Noël geheim. Man erfährt zwar einige private Details von ihr, wie dass sie aus Orange County (USA) kommt, zwei ältere Schwestern hat und am liebsten zuhause schreibt. Dennoch gibt Sie wenig über ihre Vergangenheit preis und wirkt auf diese Weise etwas mysteriös.
Sie ist eine lockere Person, die mit wenigen Worten viel Wärme ausstrahlt.
(Quelle: www.alysonnoel.com)

Inhalt/Über das Buch:
Ever ist gezeichnet von dem Tod ihrer Familie. Als sie nach dem tragischen Unfall erwacht, hat sie übersinnliche Fähigkeiten.
Dennoch lebt sie sich in Kalifornien bei ihrer Tante ein und findet auch zwei Freunde. Als eines Tages ein "Neuer" an die High School kommt, verändert sich für sie alles. Ihre Fassade bröckelt.

Meinung:
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, obwohl ich zugeben muss, dass ich wegen der Kritiken im Internet schon eine vorbelegte Meinung hatte.
Es hat sich mir bestätigt, dass der Roman an vielen Stellen sehr kitschig ist. Zum Ende habe ich sogar kurz gedacht, wenn jetzt noch eine rote Tulpe kommt, schmeiße ich das Buch in die Ecke. Dann war ich doch noch gerührt von der Romanze, die sich zwischen den beiden Hauptcharakteren entwickelt hat.

Mehr Probleme birgt meiner Meinung nach der gewöhnungsbedürftige Stil des Romans. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive erzählt, was am Anfang leider etwas holprig wirkt. Außerdem springt die Autorin oft von Gegenwart zu Vergangenheit, was durch die Ich-Erzählung aber an einigen Stellen verwirrt. Dies führt dazu, dass der Erzählfluss zu Beginn gestört wird und es dem Leser teilweise schwer fällt, den "roten Faden" nicht zu verlieren.

Positiv zu erwähnen ist der innovative Umgang mit dem Thema der Unsterblichkeit. Man erwartet eine klassische Vampirgeschichte und wir überrascht. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Ein besonderes Highlight stellt für mich der Nebencharakter Riley dar, Evers kleine Schwester, der Noël sogar eine eigene Reihe widmet. Die Szenen zwischen den Geschwistern sind besonders intensiv beschrieben und geben teilweise ein besseres Gefühlsbild wieder, als die "Zusammenstöße" mit Damen.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Werk an vielen Stellen noch Wünsche offen lässt, aber trotzdem durch eine ausdrucksstarke Geschichte überzeugt.

Fazit:
Ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem der Leser Höhen und Tiefen erlebt. Trotz einiger Schwächen stellt sich Evermore dennoch als "runde" Geschichte dar. Aus meiner Sicht genügt es vollkommen den ersten Band zu lesen, der einen eindeutigen Schlussstrich zieht.

Zitat:
[...]
Wahrscheinlich habe ich mich so sehr an all die willkürliche Energie gewöhnt, auf die ich überall stoße, dass ich vergessen habe, wie überwältigend es sein kann, wenn meine Schutzschilde nicht hochgefahren sind und mein iPod zuhause liegt. Doch in dem elektrischen Schlag, den ich bekommen habe, als Sabine ihre Hand auf meine gelegt hat, war eine so unglaubliche Einsamkeit, eine solche stille Traurigkeit, dass es sich angefühlt hat wie ein Schlag in die Magengrube.
Besonders als mir klar wurde, dass es meine Schuld war.
[S. 61]
Autor:Alyson Noël
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2009
Ausgabe von:2011
Seiten:386
Verlag:GOLDMANN
ISBN:978-3-442-47379-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:2
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3-

Dienstag, 3. Januar 2012

Christopher Paolini - "Eragon - Das Erbe der Macht"


(Band 4 der Eragon-Quadrologie)

Über den Autor:
Christopher Paolini wird 1983 in Afrika geboren, wächst aber in Montana (USA) auf und wird dort von seinen Eltern unterrichtet. Bereits im Alter von 15 Jahren schreibt er an der Geschichte von Eragon dem Drachenreiter, veröffentlich diese aber "erst" 2004. Der letzte Band der erfolgreichen Quadrologie erscheint 2011 und bildet einen Abschluss des Fantasy-Epos, der die Welt begeistert.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
In einer kurzen, rückblickenden Einleitung wird der Leser noch mal auf den neuesten Stand gebracht und auf die Handlung vorbereitet. Man begleitet Eragon weiter auf seinem Kampf gegen den bösen Herrscher Galbatorix. Die charakterliche Weiterentwicklung ist weiterhin ein Hauptthema, das sich über alle vier Bände zieht.

Meinung:
In diesem Roman arbeitet Paolini verstärkt mit der inneren Auseinandersetzung Eragons mit seinen eigenen Stärken und Schwächen. Die anderen Charaktere werden nicht mehr so intensiv beleuchtet, wie in den Vorgänger Romanen. Dies schafft eine tiefere Verbundenheit zu dem Hauptheld.

Die sprachliche Weiterentwicklung seit dem Erstlingswerk ist außerdem erstaunlich. Dieser vierte Band hat eindeutig epische Züge bekommen. Es wird weiter in die Vergangenheit geschaut und zukünftige Entwicklungen werden angesprochen. Dennoch wird ein klarer Schluss abgegrenzt. Das Ende eines kurzen Zeitalters in der fantastischen Welt Alagaesia.
Das ausladende Ende erinnert teilweise an den Ausklang von "Der Herr der Ringe". Die letzten ca. 60 Seiten beschäftigen sich mit der Gefühlswelt der Hauptcharaktere und den Veränderungen die herbeigeführt wurden.

Leider hat das Buch keine unvorhersehbaren Entwicklungen, oder überraschende Wendungen zu bieten, so dass die Spannung im Vergleich zu den ersten Bänden Abzüge erhält. Doch die innigeren Beschreibungen der Personen und Umgebungen hält diesem kleinen Defizit entgegen.

Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch einen angenehmen Erzählstil zu bieten hat und ich daher über kleinere Defizite hinwegschauen kann.

Fazit:
Auch wenn meiner Meinung nach dieser Band nicht so spannend war wie seine Vorgänger, überzeugt mich dennoch die anschauliche Sprache, die fantastischen Beschreibungen und ein angenehmes Gesamtgefühl.

Zitat:
[...]
Ich hab's!, rief Saphira. Sie zog den Kopf zurück und ließ einen blau-gelben in den oberen Teil des Gebäudes schießen. Ich kenne meinen wahren Namen! Sie sprach einen einzigen Satz in der alten Sprache und Eragons gesamter Geist schien zu tönen wie eine Glocke. Einen Moment glühten die Spitzen von Saphiras Schuppen von innen heraus und sie sah aus, als bestünde sie aus lauter Sternen.
[S. 610/611]
Autor:Christopher Paolini
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2011
Seiten:960
Verlag:cbj
ISBN:978-3-570-13816-8

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:4
Spannung:3
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:4