Donnerstag, 4. Oktober 2012

Cassandra Clare - "Clockwork Angel"


Die Chroniken der Schattenjäger - Band 1

Über den Autor:
Cassandra Clare ist der zweite Künstlername der Autorin Judith Rumelt, die 1973 in Teheran (Iran) geboren wird.
Ihre Kindheit verbringt Tochter von us-Amerikanern in Frankreich, England und der Schweiz, bevor sie in die USA zieht, wo sie auch ihren Schulabschluss macht.
Bekannt wird sie zunächst unter ihrem ersten Pseudonym, Cassandra Claire, unter dem sie Geschichten aus den Universen von "Harry Potter" und "Mittelerde" herausbringt.
Ihre eigene Kreation der Fantasy-Reihen "Chroniken der Unterwelt" und "Chroniken der Schattenjäger" sorgt für großen Erfolg und lässt die Beschuldigung der Plagiatsversuche zu ihrer Fan-Arbeit (hauptsächlich zu "Harry Potter") langsam verblassen. Verschiedene Autoren arbeiten bereits an Drehbüchern zu ihrer Erfolgsreihe "Chroniken der Unterwelt".
(Quellen: Wikipedia (DE), Wikipedia (ORG))

Inhalt/Über das Buch:
London im späten 19. Jahrhundert:
Tessa reist nach dem Tod ihrer Tante von New York ab, um sich in London mit ihrem Bruder zu treffen. Doch bei ihrer Ankunft wird sie von den "Dunklen Schwestern" gefangenen genommen und wochenlang gequält, bis sie ihre Fähigkeit beherrscht - sie ist eine Gestaltwandlerin. Als sie den geheimnisvollen Magister heiraten soll, wird sie überraschender Weise von den Schattenjägern gerettet. Tessa findet sich in einer ganz neuen Welt wieder...

Meinung:
Das Buch greift eine Vorgeschichte zu Cassandra Clares Reihe „Chroniken der Unterwelt“ auf. Wer „Die Chroniken der Schattenjäger“ liest wird oft bekannte Namen wiedererkennen. So schafft Clare einen schnellen Einstieg für ihre Fans.

Man wird sofort von der geheimnisvollen Geschichte mitgerissen, die dem Leser zunächst eher wie ein ordentlicher Kriminalroman à la „Sherlock Holmes“ vorkommt. Der Sprachstil passt zu der Zeit in der der Roman spielt und zu den Rätseln um unseren Hauptcharakter. Eine Detektivgeschichte im London des späten 19. Jahrhunderts, nur, dass hier dämonisches am Werke ist.

Die Autorin hat sich stark von den bekannten Romanheldinnen der (britischen) viktorianischen Literatur beeinflussen lassen und spiegelt dies in diesem Werk wieder. Tessa bündelt alle positiven Eigenschaften von Jane Eyre und Elizabeth Bennet, die auch beide Erwähnungen im Buch finden. Man könnte kritisieren, dass Tessas anfängliche Demut vor Männern und selbst auferlegte Verpflichtung zu Etikette und „gebührlichem“ Verhalten, heutzutage etwas altmodisch sind. Dadurch, dass sie im Verlauf des Romans sich aber zunehmend emanzipiert und dies auch schon zu Beginn gelegentlich durchscheint, wirken Tessas Handeln und ihre Empfindungen von Erziehung eher ehrenvoll und anmutig. Sie ist die typische Heldin, die im Stillen leidet und stets Gewalt hat über ihre Handlungen.

Die Schattenjäger stellen sogar selbst teilweise einen Gegenpol zu Tessas distanziertem Charme dar und werden gelegentlich durch sie beeinflusst. Wer die erste Reihe gelesen hat wird schnell feststellen, dass die Schattenjägergesellschaft hier direkt von Anfang an nicht als vollkommen dargestellt wird, im Gegensatz zum ersten Band der „Chroniken der Unterwelt“, in denen sich das Bild erst mit der Zeit wandelt.
Dennoch gewinnen unsere Schattenjägerhelden schnell die Herzen der Leser. Natürlich brennt man am Ende des Buches darauf, alle Geheimnisse um Tessa, Will und Jem zu erfahren. Der Spannungsbogen reist aus meiner Sicht zu keiner Zeit des Buches ab. So komme ich zu dem Schluss, dass das Buch wieder eine Pflichtlektüre für alle Fans von heldenhaft, romantischen Fantasy-Romanen um Gut und Böse, darstellt. Dieses Buch ist besonders für junge Frauen und Mädchen geeignet, die sich von Tessas Anmut und ihrer Entwicklung verzaubern lassen wollen.

Fazit:
Spannende Fantasy-Lektüre mit Krimi-Beigschmack und verstecktem Emazipations-Thema. Empfehlung für junge Erwachsene und andere Fantasy-Liebhaber.

Zitat:
[...]
Die Verwandlung überrollte sie wie rasender Zug, nahm ihr fast den Atem, während sich ihre Haut veränderte und ihre Knochen sich neu zusammensetzten. Tessa unterdrückte den Schrei in ihrer Kehle und bäumte sich auf...
Und dann war es vollbracht.
[S. 45]
Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2010
Ausgabe von:2011
Seiten:580
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06474-1

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:3
Gesamteindruck:4

Sonntag, 16. September 2012

Josephine Angelini - "Göttlich verloren"


Über den Autor:
Josephine Angelini wächst als letztes Kind einer kinderreichen Familie in einer Kleinstadt in Massachusetts (USA) auf. Sie studiert Angewandte Theaterwissenschaften und beginnt ihre Autorenkarriere gegen Ende ihrer 20er (ihr genaues Geburtsdatum konnte ich leider nicht herausfinden).
Heute lebt sie in Los Angeles.
Die Verhältnisse in ihrer Familie und besonders das Zusammenleben mit ihren sechs älteren Schwestern, hat sie teilweise in ihrem Roman "Göttlich verdammt" verarbeitet.
(Quelle: Verlagsinterview mit der Autorin)

Inhalt/Über das Buch:
Die Halbgötter kämpfen weiter um die Vereinigung der Häuser - die Furien sollen vernichtet werden. Mittendrin steckt Helen, die immer noch verliebt ist - eine Liebe die nicht sein darf?

Meinung:
Der zweite Band der "Göttlich-Trilogie" hat mich leider nicht so vom Hocker gerissen wie erhofft.
Bereits beim ersten Band habe ich die etwas holprige Geschichte kritisiert, die um einen Teppich aus griechischer Mythologie gewoben wurde. Leider fehlt mir wieder der rote Faden. Besonders am Anfang hatte ich außerdem extreme Probleme mich wieder in die Geschichte reinzulesen. Zuviele Namen, denen der Zusammenhang genommen wurde.

Was ich dieses mal wirklich gelungen fand, waren die Erkundungen der Unterwelt, die unser Hauptcharakter Helen jede Nacht besucht. Die Unterwelt wird eindringlich und sehr atmosphärisch beschrieben. Es macht Spaß darüber zu lesen - Pluspunkte für die Autorin, deren Story immer noch ein Sternchen für die innovative Idee verdankt.

Der Stil sagt mir auch zu. Es ist spannend geschrieben und sprudelt wieder einmal über vor Herzschmerz (nicht nur von Teenies begehrter Handlungsstrang).

Es ist von Anfang an klar, dass es noch einen dritten Band geben wird, weshalb man auch nicht erwartet ein Happy End zu ergattern. Trotzdem habe ich mir hier mehr Entwicklung vorgestellt - stattdessen ist auf mehreren Ebenen das gesamte Buch über nicht viel passiert.

Der letzte und finale Band lässt noch viel hoffen - für diesen Teil muss ich aber leider einige Abzüge machen.

Fazit:
spannend zu lesen, aber leider "nur" der ungeliebte Mittel-Band.

Zitat:
[...]
Helen spürte, wie ihr ganzer Körper hochgehoben und aus der Unterwelt geschleudert wurde, als wäre sie von einer Riesenhand gepackt und weggeworfen worden. Einen Augenblick glaubte sie, ein riesiges Gesicht vor sich zu sehen. Es kam ihr bekannt vor. Seine leuchtend grünen Augen waren so traurig..."
[S. 281]
Autor:Josephine Angelini
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2012
Ausgabe von:2012
Seiten:516
Verlag:DRESSLER
ISBN:3-7915-2626-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:3
Charaktere:3
Spannung:3+
Humor:2
Fantasie:4
Gesamteindruck:3+

Sonntag, 9. September 2012

Laini Taylor - "Daughter of Smoke and Bone 1 - Zwischen den Welten"


Über den Autor:
Über Laini Taylor gibt es im Internet nicht viele Lebensdaten zu finden.
Bei Amazon findet man nur zwei kurze Abschnitte über sie:
"Laini Taylor hat bereits drei Romane veröffentlicht. Sie hat Literatur und Kunst studiert und lebt in Portland, Oregon mit Ehemann und Tochter Clementine." [und]
"Laini Taylor lebt als Autorin und Illustratorin in Portland im US-Bundesstaat Oregon. 'Die Elfen von Dreamdark. Krähenmädchen' ist ihr vielbeachtetes literarisches Debüt. Neben dem Schreiben gestaltet sie ihre eigene erfolgreiche Papeterie-Produktlinie 'Laini's Ladies'. Den Umschlag zu 'Die Elfen von Dreamdark' hat jedoch ihr Ehemann Jim Di Bartolo entworfen."
Wer sich ihren Blog gerne mal ansehen möchte, sollte dem folgenden Link folgen:
Laini Taylor's Blog

Inhalt/Über das Buch:
Karou ist fasst immer allein. Ihr Leben lang muss sie Zähne sammeln und ihrem "Ziehvater" Brimstone bringen. Ihre Bezahlung ist die Erfüllung von kleinen Wünschen, doch wie funktioniert die Magie dieser Wünsche und was befindet sich hinter der geheimnisvollen Tür?

Meinung:
Nach den ersten paar Kapiteln erscheint die Sprache noch ein wenig zu gekünstelt. Das gibt sich aber relativ schnell und unterstützt sogar den späteren Eindruck von echten Gefühlen.

Der Leser fiebert sofort mit Karou mit. Sie wirkt zwar etwas gefühlsüberladen, was aber die Identifikation mit ihr erleichtert. Es handelt sich hier um ein weiteres Beispiel für einen Roman, der besonders Frauen in ihre Teens zurückversetzt.
Es geht um Einsamkeit, Liebe und Leid. Mit eindrucksvollen "Bildern" schafft Taylor es, diese fantastische Welt der Chimären, Engel und Menschen realistisch erscheinen zu lassen.
Als Leser möchte man (ähnlich wie unsere Protagonistin) mehr über die Geheimnisse dieser Welt erfahren.

Es gipfelt alles in einer großen Liebesgeschichte und einem offenen Ende (logisch, beim ersten Band eines Zyklus).

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass man mehr philosophische Gedanken und Überlegungen einbringen könnte. Es spielt sich auf nicht vielen unterschiedlichen Ebenen ab und könnte dabei doch tiefer gehen. Der"Stoff" bietet genug Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau.

Ich warte gespannt auf den nächsten Teil...

Fazit:
aufregende Liebe und viel Gefühl lassen auf einen noch besseren zweiten Teil hoffen.

Zitat:
[...]
Brimstone war ein Monster.
So würden Menschen ihn, Issa, Twiga und Yasri nennen, wenn sie den Laden verlassen würden: Monster. Vielleicht auch Dämonen oder Ungeheuer. Sie selbst nannten sich Chimären.
[S. 56]
Autor:Laini Taylor
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2011
Ausgabe von:2012
Seiten:500
Verlag:FJB
ISBN:3-8414-2136-4

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4+

Freitag, 31. August 2012

J. R. R. Tolkien - "Der kleine Hobbit"


Über den Autor:
J. R. R. Tolkien (mit vollem Namen: John Ronald Reuel Tolkien) wird 1892 in der niederländischen Kolonie "Oranje-Freistaat" (Afrika) geboren und stirbt 1973 in seiner Heimat England. In Afrika verbringt er nur wenige Jahre seiner Kindheit.
Im englischen Oxford studiert er Latein und Griechisch, bevor er sich den vergleichenden Sprachwissenschaften widmet. Später ist er Professor für englische Sprache an der Universität in Oxford, England.
Er verbindet sein Interesse an Mythologie mit seiner Sprachwissenschaft und erfindet die Sprachen Quenya und Sindarin. Er erfindet zahlreiche Geschichten die in der fantastischen Welt "Mittelerde" spielen.
Besonders erfolgreich wird er durch seine Werke "Der Hobbit" (1937) und "Der Herr der Ringe" (1954/55). Erst nach seinem Tod erscheint die Zusammenstellung weiterer Geschichten in "Das Silmarillion".
Durch die Arbeit an seinem Lebenswerk verläuft sein beruflicher Werdegang nicht immer gradlinig. Im Jahre 1972 wird er jedoch von der britischen Königin Elisabeth II. geehrt, indem sie ihn in den Rang eines Commander des Order of the British Empire erhebt.
Seine Erfahrungen an der britischen Front innerhalb des ersten Weltkrieges verarbeitet er in seinen Werken ebenso, wie seinen christlichen Glauben.
Er ist der Vorreiter einer damals völlig neuen Sparte der fantastischen Literatur wie wir sie heute kennen und wird weltweit verehrt.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Der Hobbit Bilbo Beutlin wird von dem Zauberer Gandalf in ein wirres Abenteuer gezogen. Er soll die 13 Zwerge dabei unterstützen den Schatz, den der blutrünstige Drache Smaug im Laufe der Jahre gestohlen hat, zurück zu erobern. Eine wilde Jagd durch halb Mittelerde beginnt.

Meinung:
Vor vielen Jahren habe ich diese Geschichte bereits gelesen. Heute betrachte ich das Werk aber mit den Augen eines Erwachsenen. Ich muss doch sagen, dass mich das Buch jetzt mehr begeistern konnte als damals.

Die Handlung war spannend und die Abenteuer fantastisch.
Bilbo ist ein Hobbit dem es gut geht in seiner Wohnhöhle. Nie hat es ihn zu großartigen Abenteuern gedrängt. Plötzlich stehen 13 Zwerge und ein Zauberer auf seiner Matte und reißen ihn in die Geschichte die sein Leben verändert.

Der Wechsel dem sein Charakter innerhalb des Romans erfährt, ist erstaunlich. Widerstrebte ihm zu Beginn die Vorstellung sich wilden Abenteuern stellen zu müssen, erweist er sich doch an vielen Stellen als durchaus heldenhaft. Mut und Selbstbewusstsein wachsen, so dass er am Ende doch ein ganz anderer Hobbit ist, als zu Beginn seiner Reise.

Das Buch sprüht vor Fantasie und Abenteuer. Keine Seite ist langweilig und man fühlt sich verbunden mit dem Hauptcharakter.

Trotz der Gefahren ist das Buch auch für ältere Kinder geeignet, da der gleichbleibend ihrige Erzählstil Sicherheit verströmt und so keine Angst aufkommt.

Tolkien ist ein frühes Meisterwerk gelungen - seiner Zeit weit voraus.

Ich warte gespannt auf die dreiteilige Verfilmung, deren erster Part demnächst in die Kinos kommt. Jetzt habe ich mir die ganze, aufregende Geschichte wieder in Erinnerung geholt und bin auf die Umsetzung gespannt!

Fazit:
Ein Fantasy-Meisterwerk ohnegleichen. Geeignet für Jung und Alt.

Zitat:
[...]
Bilbo wußte es. Er hatte eine Menge Dinge gelesen, die er niemals gesehen oder selbst getan hatte. Jetzt aber war er sehr beunruhigt und ebenso entrüstet. Er wünschte sich hundert Meilen fort. Und doch - irgendwie brachte er es nicht übers Herz, stracks mit leeren Händen zu Thorin und seinen Gesellen zurückzugehen. So stand er im Schatten und zögerte.
[S. 46]

Autor:J. R. R. Tolkien
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:1937
Ausgabe von:1999
Seiten:340
Verlag:dtv
ISBN:3-423-20277-7

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:5
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:4
Fantasie:5
Gesamteindruck:5

Sonntag, 8. Juli 2012

Iny Lorentz - "Die Wanderhure"


Über den Autor:
Iny Lorentz ist ein Pseudonym des Schriftsteller-Ehepaars Iny Klocke (*1949) und ihr Mann Elmar Wohlrath (*1952). Seit 2007 arbeiten sie zusammen als freie Autoren.
Ihr erster großer Erfolg "Die Wanderhure" wurde 2010 fürs Fernsehen verfilmt.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Konstanz im Mittelalter des 15. Jahrhunderts. Maria soll mit einem niederen Adligen verheiratet werden. Sie ist die wohlerzogene Tochter eines einheimischen Kaufmanns und hat sich bereits mit ihrem Schicksal abgefunden. Sie ahnt noch nicht, dass sie nur eine Marionette in dem grausamen Puppenspiels ihres Verlobten ist. Es folgen Jahre voller Angst und Hunger für sie - als Wanderhure.

Meinung:
Das Buch steigt schnell in die Geschichte ein. Ziemlich zügig passieren die Ereignisse, die Marie ins Verderben reißen.

Der Leser erfährt Maries Wandel von der naiven Kaufmannstochter in eine vorsichtige, aber erfahrene Frau, die nicht akzeptieren will, was ihr widerfahren ist. Die Autoren verstehen es, diesen Wechsel authentisch darzubringen, indem die Handlungen des Hauptcharakters nicht immer ihrem Schutze dienen. Immer mehr verstärkt sich das Gefühl, dass sie den Sieg über ihre "Dämonen" über lange Zeit hinaus plant.

Immer wieder wird man durch schreckliche Erzählungen über Vergewaltigung, Missbrauch und Mord wachgerüttelt. So kommt niemals Langeweile auf. Zu manchen Zeitpunkten kommt man sich selbst schon verfolgt vor.
Es ist erstaunlich, dass der Roman diese bestimmte Form der Angst realistisch vermitteln kann. Das macht das Buch besonders interessant, hat aber auch etwas "sensations-geiles". Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch ohne die blutrünstigen "Szenen" immer noch so interessant wäre?

Die Emanzipation die Marie entwickelt und auch an andere Frauen weitergibt, wirkt an manchen Stellen leider zu perfekt. Ihr Charakter schwankt so gut wie nie. Sie ist die absolute Heldin. Hierin wird die Fiktion des Werkes besonders deutlich.

Angesehen von der Darstellung Maries und ihrer Hurenfreundinnen, wirkt das Zeitalter durchaus stimmig beschrieben. Der Leder fühlt sich schnell in diese Zeit des Mittelalters hineinversetzt. Das Buch bleibt ein Muss für jeden Fan von historischen (Mittelalter) Romanen.

Fazit:
Ein spannender und blutrünstiger Mittelalter Roman, in dem eine Frau um Gerechtigkeit kämpft, nachdem sie am Boden der Gesellschaft angekommen war.

Zitat:
[...]
Sie war überzeugt, im Sterben zu liegen, und betete zur Jungfrau Maria und allen Märtyrern, dass der Tod sie möglichst bald von ihren Qualen erlösen möge. Doch niemand erhörte ihr Flehen.
[S. 50]
Autor:Iny Lorentz
Kategorie:Historischer Roman
Erstveröffentl.:2004
Ausgabe von:2007
Seiten:508
Verlag:Weltbild
ISBN:3-8289-7293-3

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:4
Handlung:4
Charaktere:3
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:2
Gesamteindruck:3+

Donnerstag, 17. Mai 2012

Anja Tuckermann - "Nicht sprechen, nicht schweigen, nicht gehen, nicht bleiben"


Über den Autor:
Anja Tuckermann wird 1961 in Bayern (Deutschland) geboren und wächst im Berlin-Kreuzberg der 1960er- und 1970er-Jahre auf.
Sie ist schon früh feministisch aktiv und bringt viele sozialkritische Werke heraus. Mittlerweile blickt Sie auf 19 Buchveröffentlichungen und mehrere Theaterstücke und andere Werke zurück.
Sie unterstützt Schreibwerkstätten und schreibt auch heute noch Romane, Theaterstücke, Libretti und andere Texte für Musik und Kurzprosa.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt/Über das Buch:
Rinka hat Ferien von der Berufsschule. Als sie ihren Anschlusszug verpasst, nimmt sie ein Student mit in seine Wohnung und vergewaltigt Sie.
Ihr Leben ändert sich komplett. Nichts ist mehr so, wie es einmal war.

Meinung:
Anja Tuckermann schafft es mit diesem schwierigen Thema so behutsam umzugehen, dass sich dieses Jugendbuch für Jung und Alt zu lesen lohnt.

Natürlich leidet man mit dem Hauptcharakter mit. Man spürt beim Lesen den Verfolgungswahn und die Einsamkeit, in die sich Rinka begibt.
Trotzdem strahlt der Roman am Ende positive Energie aus. Tuckermann schafft den Sprung von einem alten Leben, in ein erschreckendes Dasein und dann in ein neues Leben.

Dadurch, dass nicht im Übermaß auf die Gefühle des Opfers eingegangen wird, erhält der Roman eine starke Authentizität: es wirkt realistisch - niemand der ihr beisteht, aber auch kein aufgesetztes Drama. Man spürt die Wahrheiten, die in dem Buch vermittelt werden.

Es bleibt aber fraglich, ob jedes Opfer es schaffen kann, so damit klarzukommen.
Interessant wäre eine Betrachtung des Themas über einen längeren Zeitraum. Ich könnte mir vorstellen, dass die Entwicklung über Jahre hinaus für den Leser noch durchaus interessant gewesen wären und zum Nachdenken anregen würden.

Fazit:
Ein schwieriges Thema behutsam und dennoch realistisch umgesetzt.
Empfehlenswert für jedes Alter.

Zitat:
[...]
Mit angehaltenem Atem geht sie spazieren, will bei jedem Windstoß im Gebüsch zur Seite springen, vermutet hinter jedem Baum Gefahr, bis sie sich so nicht mehr will. Von da an bleibt sie stehen, wenn es im Laub raschelt, bleibt stehen und hört mit angespannten Muskeln, zusammengebissenen Zähnen zu.
"Das ist ein Vogel", sagt sie, und die Spannung kriecht ihr den Hals hinauf in den Kopf. Dann dreht sie sich zur Seite, sieht ins Gebüsch, und es ist ein Vogel.
[S. 7]

Autor:Anja Tuckermann
Kategorie:Gesellschaftsroman
Erstveröffentl.:2003
Ausgabe von:2003
Seiten:115
Verlag:Ravensburger
ISBN:3-473-35197-0

Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:3
Handlung:4
Charaktere:4
Spannung:2
Humor:2
Fantasie:3
Gesamteindruck:3

Freitag, 11. Mai 2012

Cassandra Clare - "Die Chroniken der Unterwelt" Band 1-3


Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2007
Ausgabe von:2008
Seiten:512
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06132-0




Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2008
Ausgabe von:2011
Seiten:480
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06133-7




Autor:Cassandra Clare
Kategorie:Fantasy
Erstveröffentl.:2009
Ausgabe von:2009
Seiten:512
Verlag:Arena
ISBN:3-401-06134-4


Die Chroniken der Unterwelt - Band 1-3

Über den Autor:
Cassandra Clare ist der zweite Künstlername der Autorin Judith Rumelt, die 1973 in Teheran (Iran) geboren wird.
Ihre Kindheit verbringt Tochter von us-Amerikanern in Frankreich, England und der Schweiz, bevor sie in die USA zieht, wo sie auch ihren Schulabschluss macht.
Bekannt wird sie zunächst unter ihrem ersten Pseudonym, Cassandra Claire, unter dem sie Geschichten aus den Universen von "Harry Potter" und "Mittelerde" herausbringt.
Ihre eigene Kreation der Fantasy-Reihen "Chroniken der Unterwelt" und "Chroniken der Schattenjäger" sorgt für großen Erfolg und lässt die Beschuldigung der Plagiatsversuche zu ihrer Fan-Arbeit (hauptsächlich zu "Harry Potter") langsam verblassen. Verschiedene Autoren arbeiten bereits an Drehbüchern zu ihrer Erfolgsreihe "Chroniken der Unterwelt".
(Quellen: Wikipedia (DE), Wikipedia (ORG))

Inhalt:
Es ist viel los in New York, von dem normale Menschen nichts mitbekommen:
Die Nephelim, die von dem Engel Raziel abstammen, beschützen die Menschheit vor den Dämonen, die immer wieder Unruhe stiften. Ein großer Angriff droht und der Pakt zwischen diesen Schattenwesen und den Schattenjägern ist gefährdet. Plötzlich gibt es einen Menschen, der eine besondere Fähigkeit hat: Clary kann eigene Runen erschaffen und damit alles ändern.

Meinung:
Für junge Leser steht besonders die Liebesgeschichte zwischen unserer Heldin Clary und dem Schattenjäger Jace im Mittelpunkt.
Die romantischen Gefühle werden von der Autorin auf geschickte Weise immer wieder aufs Neue wachgerufen. Es gibt ein ständiges Hin und Her zwischen diesen beiden Charakteren. In einem Moment sind sie inniglich zusammen, einen Augenschlag später wird die Welt auf den Kopf gestellt und das Chaos der Gefühle bricht wieder aus.
Wer dies besonders mag, ist hier genau richtig.

Diese drei ersten Bücher der (mittlerweile) fünfbändigen Reihe ziehen den Leser an vielen Stellen immer wieder in seinen Bann. Cassandra Clare schafft es durch einen spannenden Erzählstil dem Leser die Welt der Schattenjäger so interessant zu gestalten, dass man immer wieder das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein.

Natürlich muss man sich darüber klar sein, dass die Werke extrem gefühlsüberladen sind. Man lebt, liebt und leidet mit Clary mit und wünscht ihr, dass sie es irgendwann endlich schafft zur Ruhe zu kommen.

Die fantastische Welt der Schattenjäger wurde von der Autorin wohl überlegt und authentisch in die Erzählung eingeflochten. Die Idee mit den "Schattenjägerzentralen", verstreut über die ganze Welt, verstärkt das Gefühl, dass man immer von diesen magischen Beschützern umgeben ist.

Wenn in den Werken von anderen Schriftstellern die "bösen" Dämonen oft im Mittelpunkt stehen, fragt man sich hier des Öfteren, wie alle Wesen in Zusammenhang stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Bücher stechen dadurch heraus, dass die Grenze zwischen "gut" und "böse" immer mehr verschwinden. Die Wildheit der Dämonen steht der tödlichen Bürokratie der Schattenjäger gegenüber. Es gibt Bösewichte auf beiden Seiten.
Dieses ganze Ringen der Mächte und die Beeinflussung durch beide Seiten, gibt den Werken deutlich mehr Tiefe, als es thematisch ähnliche Werke von anderen Autoren schaffen.

Dennoch zeigt sich die Handlung an einigen Stellen durchaus als vorhersehbar, was diese positive Kritik etwas abschwächt. Meiner Einschätzung nach bleiben dem Leser Bücher die ihn oder sie immer wieder überraschen konnten länger in Erinnerung.

Insgesamt hat mir das Lesen der ersten Trilogie sehr viel Freude bereitet. Ich würde diese Bücher immer weiterempfehlen.

Fazit:
Eine überraschend vielseitige Fantasy-Reihe, die auf mehreren Ebenen einiges bieten kann. Spannung, Abenteuer und Romantik, vermittelt durch einen liebenswerten Hauptcharakter.

Zitat: (aus Band 1)
[...]
Ein Schrei brach aus Clary hervor. Sie taumelte rückwärts, stolperte und fiel genau in dem Moment zu Boden, als sich das Wesen auf sie stürzte. Sie rollte zur Seite; es verfehlte sie nur um wenige Zentimeter und schlitterte über den Boden, der von seinen spitzen Klauen aufgerissen wurde. Ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle.
[S. 59]

Bewertung der Trilogie in seiner Einheit:
Bewertung (max. 5 Pkt.)
Stil:5
Handlung:4
Charaktere:3+
Spannung:4
Humor:3
Fantasie:4
Gesamteindruck:4